Junge Tischler berichten aus der Schweiz

***Bjarne, Niclas, Clemens und Ines berichten tagtäglich aus der Schweiz.***

 

Unsere jungen Tischler und Tischlerinnen sind in der Schweiz angekommen! Zuvor waren die Schweizer Handwerker zu Gast in Deutschland. Nun haben sie sich ihren Austauschschüler geschnappt und sind mit alle Mann in die Heimat zurück. Dort verbringen die Azubis nun knapp drei Wochen und schnuppern in den Beruf des Tischlers in der Schweiz hinein.

 

 

Jeden Tag gib es dazu einen kleinen Blogbeitrag. Beginnen wird Clemens mit dem Willkommensabend.

 

In Kooperation mit der Schreinermeisterverband Berner Oberland SBO und dem Bildungszentrum Interlaken bzi

 

Vielen Dank an Bettina Brunner (Marketing & Kommunikation, Sachbearbeiterin Rektorat) vom bzi, für die vielen tollen Fotos und die Texte, die sie gemeinsam mit den Tischlern auf ihrer Website veröffentlicht! Dort gibt es bereits Blogbeiträge zum Deutschlandaufenthalt. https://www.bziblog.com/single-post/2017/09/29/Alles-Gute-hat-ein-Ende


Ankunft in der Schweiz

Der erste Eindruck

von Clemens

Der Betrieb in dem Tabea lernt ist eine GLB (Genossenschaft für leistungsorientiertes Bauen) und in einer großen Halle im Industriegebiet von Gwatt, einem Vorort von der nächst grösseren Stadt Thun. In der Firma gibt es 8 Mitarbeiter als Schreiner, wobei auch Zimmermänner angestellt sind. Der Schwerpunkt des Betriebs ist der Möbelbau. Wie man sich bestimmt vorstellen kann, wenn ich Halle schreibe, meine ich einen wirklich großen Betrieb. Es gibt dort einen großen Bankraum in dem wir die Korpusse zusammensetzten, einen Maschinen Raum mit allen Maschinen die wir in Deutschland auch haben und ein Büro was in den Pausen auch als Pausenraum genutzt wird. Heute habe ich verschiedene Korpusse zusammengeschraubt in die beispielsweise eine Geschirrspülmaschine oder Mülleimer reinkommen. Alles in allem hat mir der erste Eindruck des Betriebs sehr gefallen und ich freue mich auf die drei Wochen die ich hier verbringen darf. Am Abend durften wir alle zusammen beim Willkommensabend ein Grillbuffet geniessen und unsere Gasteltern und Lehrmeister ein bisschen besser kennenlernen in Frutigen, wo ich dann auch in die Schule gehe.


Mein erster Arbeitstag in der Schweiz

von Niclas
Mein erster Eindruck von der Schreinerei Rufibach & Schläppi in Guttannen ist gut, vor allem das große Holzlager gefählt mir sehr. Die CNC Maschine ist auch ein sehr tolles und modernes Gerät. Die restlichen Maschinen haben wir in Deutschland auch alle.

Am heutigen Tag war ich mit Diego auf Montage. Bevor es los ging haben wir alle benötigten Materialien zusammengesucht und bereit gemacht. Der Auftrag war heute ein Schrank mit Sockel aufzubauen und noch 2 Türzargen.

Ich habe Diego beim Schrankaufbau geholfen und am Ende habe ich noch alle Türen mit Türdichtungen beschmügt.


Trotti fahren und Pizza essen

von Ines

Yasmins Eltern haben alle Lernenden, Lehrer und Gasteltern am Samstag Mittag  zum Pizzaessen aus dem Holzofen eingeladen. Wir haben alle unsere Pizzas selber belegt und dann im Ofen gebacken.

 

 

Danach sind wir noch mit einer kleinen Seilbahn von Isenfluh nach Sulwald gefahren und dann mit dem Trotti den Berg wieder runtergesaust. Zum Abschluss sind wir gemütlich bei Yasmin Zuhause gesessen und haben ihr und ihrer Schwester beim Schwyzerörgelispielen zugehört.


Meine zweite Woche in der Schweiz

von Clemens


Heute berichte ich erneut über meinen Tagesablauf in der Firma GLB. Am Morgen habe ich angefangen Bündel zu schnüren die mit Feuerholz befüllt sind. Zwischendurch habe ich kurz geholfen einen Anhänger mit den Korpussen zu beladen, die ich am letzten Montag und Dienstag zusammengeschraubt habe. Als ich dann gegen 11:00 Uhr mit den Bündeln fertig war, bekam ich den Auftrag einen kleinen Kasten aus Fermacell zu bauen. Nachdem ich die Seiten, Boden/Deckel und die Rückwand zugesägt habe, ging es mit einem Fermacell-Kleber  und der Nagelpistole ans Zusammenbauen. Als nächstes habe ich für das Büro 10 kleine Einlegeböden zugesägt und vorne eine Kante angefahren. Danach habe ich den Auftrag bekommen bei einem Beistelltisch aus Buche, an dem drei Seiten eine Abschrägung hatten, auch auf der letzten Seite eine Abschrägung zumachen. Außerdem sollten längere Beine heran. Der Tag hat mir sehr gefallen da ich an so vielen kleinen Aufträgen arbeiten konnte, und dabei sehr viele Bereiche der Werkstatt genutzt habe.


NUR EINEN ORT WEITER UND DOCH DURCH DIE GANZE SCHWEIZ

 

von Bjarne

 

An diesem verregneten Sonntag haben wir schon im Voraus ein Programm gesucht bei dem man nicht Gefahr läuft ganz der Nässe zu verfallen oder auf dem Berg auszurutschen. Wir fuhren also gemeinsam in das Freilichtmuseum Ballenberg. Das Freilichtmuseum am Ballenberg ist eine Sammlung von verschieden Häusern aus allen Kantonen und kulturellen Gebieten der Schweiz. Es wurden ortstypische alte Häuser, die oft aus dem 18. Jahrhundert sind, an ihrem Standort abgebaut und original wieder in Ballenberg aufgebaut.

Alle Häuser sind größtenteils zugänglich und eingerichtet. Die Ausstellung ist weitläufig aber sehr liebevoll und detailliert aufgebaut.Dieses Konzept der Darstellung kulturell geprägter Unterschiede in einem Land ist mir völlig neu und ich stufe es als sehr faszinierend ein. Wenn man nur einmal mit offenen Augen hinschaut kann man viele Unterschiede zwischen den Regionen ausmachen. Beispielsweise gibt es auch hier eine Dachdeckung die unserer Heimat sehr nahe kommt. In Norddeutschland gibt es das Rethgedeckte Dächer und hier in der Schweiz gibt es Strohgedeckte Dächer, die sich "nur" in Unterkonstruktion und Dicke der Deckung unterscheiden.

 

Oder auch zu sehen war, dass viele Häuser in der Schweiz typischen Holzfassade darstanden, aber hier im Land gibt es auch Häuser die überwiegend aus Stein gebaut wurden und unserem normalen Fachwerk verblüffend ähneln. Weiterhin konnte ich lernen, dass Holzschindeln aus einfachem astfreien Nadelholz gemacht werden, ca. 50 cm lang sind, nur mit 15 bis 17 cm an der Luft zu sein haben und die Laufrichtung des Regenwassers hat der Faserrichtung des Holzes zu entsprechen und es wird meist 3 Schichten dick gedeckt.

 

Alles in allem hatte ich mit meiner Gastfamilie einen wunderbaren wenn auch etwas verregneten Sonntag an dem ich ein herrlich großes Stück alten Schweizer Kulturgutes erleben und anfassen durfte.

 

P.s.: Wer einen Rechtschreibfehler findet darf ihn behalten.

 


Mein Wochenende war sehr aufregend

von Nicals
Am Freitag war ich mit Diego nach der Arbeit noch klettern, das hat mir richtig viel Spaß gemacht
Dann am Samstag sind wir zu Jasmin und haben richtig schön  Pizza gegessen. Nach dem Essen sind wir auf einen Berg mit der Seilbahn gefahren und sind anschließen mit einem  Roller/Trottibike wieder runtergefahren - war auch mega lustig!
Am Sonntag sind wir alle zusammen auch mit meinen Gasteltern zur Gletscherschlucht ins Rosenlaui oberhalb von Meiringen. Danach  sind wir anschließen zu einem alten Sägehäuschen gefahren, das war auch sehr sehr interessant. Ein mega Wochenende mit viel Abwechslung.


Anpacken und sauber machen

von Ines

 

Heute sind wir in der Firma. Als wir heute Morgen im Betrieb ankommen sind, habe ich den Ofen mit Holz auf gefüllt, damit es im Arbeitsbereich eine angenehme Temperatur hat. Dann musste ich für Schubladen passendes Pfannengummi zurecht schneiden. Danach habe ich einem Arbeitskollegen geholfen, Bretter von der Maschine anzunehmen - zu zweit ist das einfacher und geht dann wesentlich schneller. Arbeitsteilung  und Teamarbeit wird hier groß geschrieben. Danach haben Yasmin und ich das Auto eingeladen und anschließend haben wir in der Werkstatt noch für Ordnung gesorgt.


EIN TAG AUF DEN SPUREN VON JAMES BOND

von Bjarne

 

Am heutigen Samstag ist vom BZI ein Ausflug im Rahmen unseres Austauschs geplant gewesen. Es sollte auf das Schilthorn gehen.

Das hieß eine höhe von 2970 m über NN zu erklimmen und gegebenenfalls warme Kleidung anzuziehen...

 

Aber erst einmal von Anfang an. Wir, die Schüler aus Deutschland sowohl aus der Schweiz, sind gütiger weise an zentralen Orten in der Nähe unserer Unterkünfte von Herrn Reichen, Herrn Meyer und Fr. Brunner abgeholt worden und mussten nicht mit Bus und Bahn nach Stechelberg anreisen. Deshalb hatten wir einen sehr entspannten Weg am "frühen" Samstag morgen. 

Als wir in Stechelberg an der Talstation der Schilthornbahn angekommen waren, haben wir uns noch einmal gesammelt und auf den Rest der Gruppe und auch auf eine Pressevertreterin der Jungfrau Zeitung gewartet. Als wir dann alle vollzählig waren, konnte unsere Tour, auf die ich mich sehr gefreut habe, endlich losgehen.

Ticket gelöst und auf geht's auf das Schilthorn. Naja die Schilthornbahn war heute gut besucht und ich musste aus vielen multinationalen Gesichtern erst einmal meine eigenen Leute herrausfinden, um mich dann an diese zu halten. Die Schilthornbahn hat einige Zwischenstationen in denen wir die Gondel gewechselt haben um so Station für Station dem großen Schilthorn entgegenzustreben. 

Dann hieß es Zwischenstopp im Schnee auf/ in Birg um den "Thrill Walk", der seinen Namen redlich verdient, hinter uns zu bringen oder besser gesagt zu erleben. Fast alle haben sich auf den, an der Felswand verankerten, Laufsteg, mit freier Sicht in den Abgrund darunter, gewagt. Ich hatte großes Vergnügen mit den verschiedenen Thrill- Elementen wie der Seilbrücke, dem Glasboden oder am besten war der Kriechtunnel aus Drahtgitter der liegend freien Blick nach unten gewährte. Auch die Lehrer sind an einigen Stellen den Hindernissen nicht ausgewichen und konnten so mit uns die für mich aufregende Erfahrung teilen.

Danach hieß es erst einmal noch die Zeit nutzen bis die nächste Gondel fährt und ich habe noch ein kleines Interview für unsere Begleitung von der Jungfrsauzeitung geben dürfen. Gefolgt wurde das Interview von einer kleinen Fotosession mit der Hintergrundaussicht von Eiger, Mönch und Jungfrau. Auf den Bildern sind immer die Austauschpaare abgelichtet worden. Ich habe dann auch mit Christian meinem Austauschpartner für einige davon Modell stehen dürfen und ich denke einen atemberaubenderen Ort für diese Fotos konnte man nicht finden.

Dann ging es los und wir kamen nach fünf minütiger Gondelfahrt auf dem Schilthorn um kurz nach 12 Uhr mittags an. 

Dann gab es erst einmal im 360° Restaurant ein Mittagessen. Wir hatten Älplermakronen, ein sehr schmackhaftes Käsemakkaroni Gericht mit Kartoffelstücken, Röstzwiebeln und Schinkenstreifen. Klare Empfehlung an alle die mal in der Schweiz sind, ich fand es sehr lecker. Während ich mein Essen verspeist habe, sind wir während nur einer Stunde einmal um das komplette Zentrum des Restaurants gedreht und ich konnte die Aussicht Grad für Grad genießen.

Nach dem Schlemmen im oberen Stockwerk hatten wir Zeit, um auf die Aussichtsplattform zu gehen, von der ich einen zum Niederknien schönen Blick über die herbstlich beschneiten Bergspitzen des Berner Oberlandes und darüber hinaus erfassen konnte. Es lag zwar Schnee auf der Plattform aber wir konnten bei Sonnenschein und nur ungefähr -2° das schwindende Nebelmeer unter uns beobachten.

 

Dann ging es in die Bond-World. Ich war zwar nicht -Im Auftrag ihrer Majestät- aber das Piz Gloria Restaurant auf dem Schilthorn ist aus einem James Bond Film bekannt und dann darf eine Ausstellung dazu ja nicht fehlen. Ich fand diese Ausstellung sehr gut gestaltet und man konnte an so mancher Ecke mitmachen und den Film wenigstens für einen Moment Wirklichkeit werden lassen.

Nach all dem war der Spaß aber noch nicht zu Ende. Wir sind dann zum vereinten Zeitpunkt wieder in die Gondel zurück eingestiegen und Station für Station über tiefe Schluchten und einige Ski-Pisten gefahren. Dann ging es aber nicht gleich bis runter ins Tal, denn ohne Fleiß kein Preis. Wir sind in Mürren ausgestiegen und den Weg hinunter zur Gimmelwald-Station gemeinschaftlich gegangen. So konnte ich noch einmal das fremde Nebeneinanderstehen von uns durch einen kollegialen Austausch beim Spazieren eintauschen und ganz nebenbei die Aussicht und den Sonnenschein der direkt auch das Herz wärmt genießen. In Gimmelwald ging es dann wieder in der Menschenmasse per Gondel nach unten zur Talstation Stechelberg.

Hier hieß es dann Abschied nehmen und sich auf den Weg gen Unterkunft machen. Ich wurde mit Christian  von Frau Brunner zurück nach Interlaken gebracht und wir konnten dann den Rest vom Nachmittag beim Minigolf verbringen aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Zum Schluss möchte ich noch ein paar Worte darüber verlieren wie viel Freude ich am Ausflug hatte und wie sehr ich mich darüber freue, dass im Rahmen eines solchen Austauschs eine so gesellige und bei weitem nicht selbstverständliche Leistung hier für mich erbracht wird. Ich danke allen die heute mitgefahren sind für jede Minute ihrer Gesellschaft und insbesondere den Lehrern die so locker mit uns alles mitgemacht haben und sich dazu bereit erklärt haben uns auch hin und zurückzufahren.

Der Ausflug auf das Schilthorn war eindrucksvoll und spaßig, ich werde diese Bilder und neuen Eindrücke mit in meine Heimat tragen und versuchen nicht ins Schwärmen zu geraten.

 


Meine letzte Woche in der Schweiz

von Clemens
Heute schreibe ich erneut über meinen Tagesablauf. Am Morgen haben Tabea und ich die Schrankseiten und Einlegeböden, die ich gestern den ganzen Tag vorbereitet habe (Dübel und Verbinder reingeschlagen und mit Reinigungsbenzin gesäubert) auf der Palette festgebunden. Danach haben wir 22 Spanplatten 19mm einsortiert. Nach dem Znüni haben wir eine Blende für eine Dachschräge an der Plattensäge schräg zugesägt. Als letztes habe ich noch mit der Ausbilderin/Chefin von Tabea und mir gesprochen und sie hat mir den Auftrag gegeben für das Büro zwei Schubladen zu fertigen. Damit habe ich nur angefangen da wir beide um 11:30 die Werkstatt verlassen und zur Schule fahren. Dort haben wir als erstes eine kleine Wiederholung zum Thema Metalle und Legierung gemacht. Danach haben wir uns mit Türen beschäftigt. In den letzen Stunden mussten die anderen eine Art Arbeit schreiben am PC mit CAD. Zuerst hatten sie 40 min Zeit um Skizzen per Hand zu zeichnen und die Aufgabe zu verstehen. Danach hatten sie weiter 40min um alles zu zeichnen und abzugeben. Während dessen habe ich eine Skizze / Zeichnung angefertigt für mein Möbel mit dem ich an der «Guten Form» teilnehmen möchte. Aber der krönende Abschluss und mein absolutes Highlight kam Abends um 21.00 Uhr. Ich durfte mithelfen ein kleines Kalb auf die Welt zu bringen im Stall auf dem Bauernhof von Tabeas Eltern. Diese Erfahrung war fantastisch und ich werde diese sicher nie vergessen.


Vielseitiges Berner Oberland

von Ines
Am Sonntag waren Yasmin, ihr Vater, ihre kleine Schwester und ich auf dessen Alphütte, um ein feines Käsefondue zu essen. Beim Aufstieg hat mir Yasmins Vater durch einen Feldstecher noch eine Gämse gezeigt, das war toll.

 

Danach sind wir wieder ein gutes Stück zu Fuß runtergestiegen von der Alp, wo teilweise sogar schon Schnee lag und sind per Auto nach Lauterbrunnen gefahren, wo wir die Trümmelbachfälle besucht haben. Das sind Wasserfälle, die versteckt im Berg sind. Das Wahrzeichen vom Lauterbrunnental sind die insgesamt 72 Fälle – das Tal der Wasserfälle!

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