Tischler gestalten Lebensräume

Tischler gestalten Lebensräume für Menschen nach individuellen Wünschen und Bedürfnissen. Lebensräume im Privatbereich, im Geschäftsbereich, in öffentlichen Einrichtungen, beim Messebau oder im Fahrzeugbau, im Ladenlokal sowie in der Gastronomie und im Hotel. 

 


Tischler fügen durch ihr Können und ihr handwerkliches Geschick Werkstoffe zu einer Einheit zusammen. Dabei ist Holz das Grundelement. Es kommen aber auch andere Materialien, wie Kunststoff, Glas, Stein, Leder oder Textilien, zum Einsatz.
Die Eigenart der Form, die Auswahl des Materials, die Sorgfalt der Ausführung und die Orientierung am Nutzen verleihen den Produkten Charakter. Der Schreiner und Tischler entwirft, baut, wartet und restauriert Möbel und Inneneinrichtungen, Vertäfelungen und Böden, Treppen und Fenster, Türen und Tore, Behälter und Gehäuse, Turn- und Sportgeräte, Messestände, Wintergärten und vieles mehr.


 


Ein Unikat entsteht
Im Kundengespräch entwickelt und skizziert der Tischler nach den Wünschen des Kunden Lösungsvorschläge und Produktideen. Darauf basieren später Zeichnung und Stückliste, nach der die Werkstücke gefertigt werden. Die Zeichnung liefert Gestalt und Größe aller Einzelteile. Sie ist Grundlage für die Zusammenführung des Möbels. CAD (Computer Aided Design), das Entwerfen und Konstruieren am Computer, unterstützt die Arbeitsschritte.

 


Wer den Plan hat, kann arbeiten
Nach der Stückliste, die auf der Basis der Zeichnung entsteht, werden die verschiedenen Materialien zugerichtet. Bevor mit der eigentlichen Herstellung begonnen wird, ist es oft notwendig, spezielle Vorrichtungen für bestimmte Arbeitsgänge zu bauen. Dies gilt besonders auch beim Herstellen runder, ovaler oder dreidimensional geformter Teile. Zur Arbeitsvorbereitung zählt auch das rechtzeitige Bereitstellen aller zugelieferten Teile, wie beispielsweise Beschläge oder Glaselemente

 


Technik nutzen
Die ausgesuchten Hölzer und Werkstoffe werden im Maschinenraum weiterverarbeitet. An stationären Maschinen,
 
die heute oft CNC-gesteuert sind, wird gesägt, gebohrt, gehobelt, gefräst und geschliffen. Auf der Hobelmaschine, der Kehlmaschine und der Fräse werden ebene Flächen erzeugt, Profile, Falze und Nuten angebracht. Bohr- und Kettenstemm-Maschinen erzeugen Löcher für Dübel, Federn und Beschläge. Schlitze und Zapfen werden mit der Schlitzmaschine oder der Fräse hergestellt. Mit pneumatischen und hydraulischen Anlagen werden Werkstücke gespannt, festgehalten oder Arbeitsbewegungen ausgeführt.


Handarbeit beherrschen
Feinere Arbeiten bleiben den geschickten Händen vorbehalten. Im Bankraum werden letzte Handgriffe vor dem Zusammenbau der Werkstücke vorgenommen oder jene Arbeiten ausgeführt, für die die stationären Maschinen nicht geeignet sind. Das Zusammenpassen und Verleimen der Werkstücke, das Einlassen und Einpassen von Beschlägen, das Verglasen und schließlich das Montieren beweglicher Teile gehören dazu. Nach dem letzten Schliff erhalten die Stücke eine Oberflächenveredelung. Je nach Produkt wird gebeizt, gewachst, lasiert, lackiert, gekalkt, gebürstet usw. Matt bis hochglänzend, durchsichtig bis deckend, zurückhaltend bis effektvoll, natürlich bis vollsynthetisch, gering beständig bis hoch abriebfest – viele Varianten sind möglich. 

 


Das Werk ist fertig
Nach der Fertigstellung aller Teile bekommt der Kunde sein bestelltes Produkt beim Einbau oft zum ersten Mal zu Gesicht. Sei es das Fenster im Rohbau, das Einzelmöbel oder eine komplette Inneneinrichtung. Die saubere Montage und der freundliche Umgang mit dem Kunden sind von hoher Bedeutung für die Zufriedenheit mit dem Produkt. 

 


Wer kann Tischler werden – und wie?
Wer Interesse am Umgang mit moderner Technik und Maschinen hat, wer Freude am Umgang mit dem faszinierenden Werkstoff Holz hat, bringt gute Voraussetzungen mit, um den Tischlerberuf zu erlernen. Das Gespür für die unterschiedlichen Eigenschaften der zu verarbeitenden Werkstoffe, vor allem für Holz mit seinen völlig eigenen Gesetzen, zeichnet den Tischler aus. Er muss ein Gefühl für die Zusammenhänge zwischen Form, Material und Konstruktion haben und sich begeistern können für saubere, handwerkliche Arbeit. Die konstruktiven und technischen Anforderungen verlangen zudem Interesse an der Lösung rechnerischer Aufgaben. 


Mehr Geschicklichkeit als Kraft
Der Tischler braucht wesentlich häufiger handwerkliche Geschicklichkeit als große Körperkräfte. Moderne Fertigungsverfahren erleichtern zunehmend den Arbeitsalltag. Viele Tischerlerinnen und Schreinerinnen arbeiten heute erfolgreich im Beruf. Oftmals beweisen Frauen ein besonders gutes Gespür bei der Gestaltung.

 


Konzentration und Teamgeist
Der Umgang mit hochwertigen und empfindlichen Materialien verlangt Aufmerksamkeit und Sorgfalt. Maschinenarbeit erfordert Konzentration, Geschick und technisches Verständnis. Jeder muss genau und gewissenhaft arbeiten, damit am Ende alles passt.  Tischler und Schreiner arbeiten im Team und für das Team.



Der Weg zum Ziel
Die Ausbildung dauert drei Jahre. Duales System bedeutet Ausbildung im Meisterbetrieb und in der Berufsschule. Aus dem Ausbildungsvertrag, der Ausbildungsordnung, dem betrieblichen Ausbildungsplan, dem Lehrplan der Berufsschule und dem Berufsbildungsgesetz ergeben sich alle wichtigen Details. Insbesondere die Ausbildungsinhalte sind dort festgelegt, sodass eine bundesweit einheitliche und qualifizierte Ausbildung sichergestellt ist. In den Bundesländern gibt es einzelne unterschiedliche Regelungen, wie z.B. über die Fertigungsdauer des Gesellenstückes. In manchen Tischler- und Schreinerinnungen beginnt die Ausbildung mit einem Berufsgrundbildungsjahr Holztechnik. Das Jahr dient der theoretischen und praktischen Grundausbildung. Es wird in der Regel auf die Lehrzeit angerechnet. Ergänzt wird die Ausbildung im Meisterbetrieb durch überbetriebliche Lehrgänge. In modernen Einrichtungen der Innungen oder Handwerkskammern werden zum Teil mehrwöchige Lehrgänge durchgeführt. Dabei vermitteln qualifizierte Ausbilder notwendige Grundlagenfertigkeiten ebenso wie den sicheren Umgang mit Maschinen und die Behandlung von Oberflächen.

 


Die Schule fürs (Berufs-) Leben
Der Berufsschulunterricht ergänzt die praktische Ausbildung im Betrieb. Im Unterricht soll der Auszubildende die Materialien noch besser kennen lernen und zusätzliche Kenntnisse über die verschiedenen Arbeitsverfahren, Technologien und handwerklichen Konstruktionen erwerben. Daneben lernt der Auszubildende technische Zeichnungen zu lesen und auch selbst Skizzen und Fertigungszeichnungen anzufertigen.

 


Fortschritt mit Tradition
Tischlern ist eines der ältesten, aber auch eines der fortschrittlichsten Handwerke. Und eines der vielseitigsten dazu. Tischler stellen nicht nur Möbel her, sondern gestalten auch ganze Innenausbauten. Sie sind Spezialisten für Fenster, Türen, Treppen, Wintergärten und vieles mehr. Schon lange arbeiten sie nicht mehr allein mit Holz. Sie verwenden ebenso verschiedene Kunststoffe, Holz- und Mineralwerkstoffe, Glas, Metall und zuweilen auch Stein. Modernste Maschinen, nicht wenige davon computergesteuert, sind aus der Werkstatt nicht mehr wegzudenken. Dennoch: Handarbeit ist immer noch unentbehrlich.
Tischler ist ein Beruf, der es in sich hat: Man muss viel können, um ihn zu beherrschen. Das fängt beim praktischen Talent an und hört beim Rechnen noch lange nicht auf. Aber wer sein Handwerk gelernt hat, dem stehen viele Türen offen.



Im Wettstreit mit anderen
Nach erfolgreich abgelegter Gesellenprüfung besteht für besonders talentierte Nachwuchstischler die Möglichkeit, am Berufswettkampf teilzunehmen. Über den Innungs-, Kammer- und Landesentscheid wird einmal im Jahr der beste Tischler /Schreiner in der Bundesrepublik Deutschland ermittelt. Alle zwei Jahre findet die Berufsweltmeisterschaft statt, bei der junge Handwerker aus der ganzen Welt um die Medaillen kämpfen. Deutsche Teilnehmer konnten in den vergangenen Jahren immer wieder Medaillen erringen. 

 


Chancen durch Fortbildung

Dem gelernten Tischler bieten sich vielseitige und gut bezahlte Facharbeiterpositionen. Eine qualifizierte Weiterbildung schafft darüber hinaus Chancen, in Führungsaufgaben aufzusteigen. Die Fortbildung in speziellen Bereichen, wie etwa der Oberflächentechnik oder der CNC-Fertigung, erhöhen das fachliche Knowhow und erweitern das persönliche Arbeitsfeld. Abschlüsse zum Kundenberater, Fertigungsplaner und Fachbauleiter sind möglich. Daneben existieren diverse Schulungsmaßnahmen, die auf der Karrieretreppe zielstrebig nach oben führen. Die Fortbildung zum Restaurator im Tischler-/Schreinerhandwerk ist eine angebotene Möglichkeit. Für Designinteressierte steht der Weg zum geprüften Gestalter im Handwerk offen. Im kaufmännischen Bereich bietet der zusätzliche Abschluss als Betriebswirt im Handwerk ebenfalls gute Voraussetzungen für das persönliche Fortkommen. Der Meisterbrief ist ein begehrtes Ziel, der seinem Träger das Recht verleiht, den geschützten Titel „Tischlermeister“ bzw. „Schreinermeister“ zu führen. Er bietet die Möglichkeit, eine qualifizierte Tischlerei oder Schreinerei zu führen. Darüber hinaus ebnet der Meistertitel auch den Weg zu einer Führungstätigkeit als angestellter Betriebsleiter oder Leiter einzelner Fachabteilungen.

 

 


Beruf und Studium
Das Studium zum staatlich geprüften Holztechniker qualifiziert für mittlere Führungsaufgaben in den Bereichen Produktionsplanung und Fertigungssteuerung.
Einige Schulen bieten neben der Technikerausbildung parallel  Meister-vorbereitungslehrgänge an. Der Gesellenbrief ist eine optimale Grundlage, um den Beruf des Innenarchitekten durch ein Studium zu erreichen. Für die leitende Tätigkeit in der Holzwirtschaft qualifiziert ein Studium zum Diplom-Ingenieur für Holztechnik oder zum Diplom-Holzwirt. Wer Freude daran hat, anderen etwas beizubringen, für den bietet sich eine Ausbildung zum Berufsschullehrer an. Egal, auf welchen Weg man sich nach der Ausbildung begibt – jede der zahlreichen Chancen bietet die Möglichkeit, zu seiner „Berufung“ zu kommen. Diese Berufung liegt oft in der Ausübung des Tischler- und Schreinerhandwerks. Deshalb bekennen sich Tischler und Schreiner mit Stolz zu ihrem Beruf, dem Gestalten von Lebensräumen.

 

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